
Pamina ringt in ihrer Arie aus Mozarts Zauberflöte mit dem Schmerz ihres Liebesverlustes. Das ihr unbegreifliche Gefühl nicht geliebt zu werden treibt sie in eine fundamentale Lebenskrise. Selbstmord scheint ihr der einzige Ausweg aus der Einsamkeit zu sein.
Die seelische Spannung zwischen Erlebtem und Unbegreiflichem, Flehen und Verzweiflung bildet den Kern des gesamten Programms, das durch weitere Arien aus Mozartopern, Lieder von György Kurtág und Richard Strauss, Sequenza III von Luciano Berio, Jazztitel und eigene Gesangsimprovisationen ergänzt wird.
Die Gesangsliteratur wird auf verschiedenste Weise in der Interpretation aufgeschlossen: Szenische Darstellungen, getanzt-gesungene Darbietungen, bewegter und stiller Konzertgesang wechseln einander ab.
Im Umgang mit Fragen der historischen Aufführungspraxis - wie z.B. mit der Annahme, dass in barocken Opern der historische Tanz für die gesangliche Interpretation eine wesentliche Rolle
spielte, oder mit der Frage nach dem „richtigen“ Tempo - wird nach Ansätzen für eine gegenwärtige, zeitgenössische Interpretation gesucht.
Das szenisch-musikalische Programm wird durch einen bildnerischen Prozess begleitet. Die Künstlerin Helene Ravn entwickelt im Verlauf der Handlung ein „Bühnen-Bild“. Es entsteht ein tönendes Seelengemälde, in welchem sich Schicksal, innere Zweifel und Sehnsucht nach Liebe spiegeln.
Im freien Nebeneinander verschiedener Disziplinen entsteht, entgegen der narrativen Wirklichkeitsillusion der klassischen Oper, eine Handlungspolyphonie. Aus ihrer gewöhnlichen Erscheinungsform kommend dringen scheinbar getrennte Bereiche ineinander oder treten in Konflikt. Diese Entgrenzung hebt die Aufführungssituation in eine gegenwärtige Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Zukunft, Erinnerung und Liebe.
| W.A. Mozart | aus "Die Zauberflöte", Nr.17 - Arie der Pamina |
| Th. Monk | ′ Round Midnight, 1944 |
| G. Kurtág | aus den Attila József-Fragmenten Op. 20 (1981) |
| Nr. 6 - Én ámulok..., Nr. 16 - Nem! nem!... | |
| R. Strauss | Dein Lied erklang Op. 68, Nr. 4 (1918) |
| Improvisation | Feuer |
| W.A. Mozart | aus "Don Giovanni" Nr. 23 - Rezitativ und Arie der Donna Anna |
| R. Strauss | Ich wollt ein Sträußlein binden Op. 68, Nr. 2 (1918) |
| W.A. Mozart | aus "Die Zauberflöte", Nr.17 - Arie der Pamina |
| L. Berio | Sequenza III (1966) |
| W.A. Mozart | aus "Die Zauberflöte", Nr.17 - Arie der Pamina |
| Improvisation | Wasser |
| W.A. Mozart | aus "Le Nozze di Figaro", Nr. 28 - Rezitativ und Arie der Susanna |
| R. Strauss | Das Rosenband Op. 36, Nr. 1 (1898) |
| G. Gershwin | Summertime |
| W.A. Mozart | aus "Die Zauberflöte", Nr.17 - Arie der Pamina |
| G. Kurtág | Nr. 20 - Ének, hajolj ki ajkamon |

Harmonische Analyse - Menge/ Verlauf

Harmonische Analyse - Verlauf

Bühnenbildkonzeption mit Helene Ravn

Bildentwürfe - Kurtag und Mozart

Bildkonzeption




